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Aus dem Lexikon
Die Erdbestattung Unter einer Erdbestattung (auch: Inhumation) versteht man die Beisetzung des Leichnams in ... weiter lesen
Zu Lebzeiten schon ans Ende denken?
Vorsorge macht Kosten transparenter. Bestatter beraten
Gelsenkirchen. Die Frage "Wie soll ein Verstorbener bestattet werden?" gehört nicht zu den Fragen, die sich die meisten Menschen gerne und häufiger stellen wollen. Deshalb ist es wichtig, sich zu Lebzeiten Gedanken über den eigenen Tod und die eigene Beerdigung zu machen.
Das Thema "Geld" und "Kosten" macht auch vor dem Tod und der Bestattung nicht Halt. Seriöse Bestatter sind gern bereit, in einem meist unverbindlichen und kostenfreien Vorgespräch über mögliche Leistungen und ihre Kosten zu informieren. Nach dem Wegfall des gesetzlichen "Sterbegeldes" bleiben die Kosten häufig komplett bei den Angehörigen. Es ist gut, wenn diese wissen, woraus sich die Gesamtsumme einer Bestattung zusammensetzt.
Ein Testament dokumentiert den letzten Willen eines Menschen und besitzt Rechtskraft. Allerdings ist davon abzuraten, in einem amtlichen, beim Nachlassgericht deponierten Testament, Anordnungen über Art und Ort der eigenen Bestattung und ihrer Ausgestaltung zu treffen. Denn ein solches Testament wird erst Wochen nach dem Eintritt des Todes öffentlich gemacht, also zu einem Zeitpunkt, an dem die Bestattung schon längst erfolgt ist.
Trotzdem können Menschen zu ihren Lebzeiten Vorkehrungen und Vorsorge für den Eintritt des eigenen Todes treffen. Dies sollte schriftlich in Form einer Bestattungsverfügung geschehen, die juristisch eine Willenserklärung darstellt. Sie kann zu Lebzeiten immer wieder geändert werden. Ihr Inhalt ist für die Hinterbliebenen bindend. Bestatter können hier hilfreiche und kompetente Ratgeber sein. Das gilt insbesondere dann, wenn im Rahmen der gewählten Bestattungsform (Erd- oder Feuerbestattung) zusätzliche persönliche Wünsche geklärt bzw. berücksichtigt werden müssen, z.B. Seebestattung, anonyme Urnenbeisetzung, Urnenbeisetzung auf einem ausgewiesenen Waldgrundstück.
In diesem Zusammenhang wird der Begriff “Erdbestattung”häufig missverstanden. Denn auch eine Urne wird meistens in der Erde beigesetzt. Konkret wird unter Erdbestattung die Beisetzung eines Leichnams in einem Erdgrab verstanden. Diese Bestattungsform war im christlich geprägten Kulturkreis über viele Jahrhunderte die einzige Bestattungsform überhaupt. Inzwischen akzeptiert die Bevölkerung Feuerbestattungen als gleichwertige Beisetzungsalternative. In den vergangenen Jahren waren etwa 55 Prozent der Bestattungen in Deutschland Erdbestattungen. Allerdings ist in großen Städten das Verhältnis häufig schon umgekehrt, während in eher ländlichen Räumen die Erdbestattung deutlich häufiger gewählt wird als die Feuerbestattung.
Quelle: waz.magazin.trauer.de
Landesbischöfin Margot Käßmann, die das Projekt unterstützt, hält es für den “falschen Weg”, junge Menschen nicht mit zu einer Beerdigung zu nehmen. Viele Eltern würden das nicht machen, um den Kindern diese traurige Erfahrung zu ersparen. Dabei seien die Kinder mit dem Thema Tod schon vielfach in Berührung gekommen: Immerhin hätten sie bis zum 14.Lebensjahr bereits rund 18.000 Sterbende im Fernsehen gesehen – und demzufolge häufig ganz eigene Fantasien, was mit Toten passiert, so die Bischöfin.
Das bedeutet: Wenn Kinder mit ihren Gedanken zum Thema Tod oder Bestattung allein gelassen werden, kann sie das weit mehr ängstigen, als eine ehrliche Aussprache. Eine hervorragende Grundlage dafür bildet das einfühlsam geschriebene Bilderbuch “Lukas und seine Oma nehmen Abschied”, dass auch Margot Käßmann empfiehlt. In dem Buch wird Kindern rücksichtsvoll und in leisen Tönen der Umgang mit dem Tod eines geliebten Menschen näher gebracht.
Wenn Mädchen und Jungen sich von ihren Eltern nicht ausreichend informiert fühlen, dann wenden sie sich nicht selten an die Erzieherin in den Tagesstätten. Hier setzt das Herzstück des Trauerprojekts an: der “Projekt-Leitfaden für Kindertagesstätten”. Damit wird Kindergärtnerinnen und Erzieherinnen ein Ideenratgeber zur Verfügung gestellt, um eigene Aktionstage zum Thema Tod und Trauer zu entwerfen. Ganz konkret wird hier aufbereitet, welche Bücher und Filme einen Einstieg bieten. Auch Ausflüge – zum Beispiel auf den Friedhof oder zum Bestatter – werden vorgeschlagen.
“Wann musst Du sterben?” oder “Wo ist Opa jetzt?” gehören zu den schwierigsten Kinderfragen. Ein “Eltern-Leitfaden” der Treuhandstelle bietet dazu Erklärungshilfen. Auch hier wird darauf hingewiesen, dass Kinder den Tod “begreifen” müssen, auch wenn es schwer fällt. Ein entscheidender Ansatz kann dabei die Erkenntnis sein, dass Mutter und Vater ebenfalls trauern und diese vor ihren Kindern nicht verheimlichen.
So verwenden Erwachsene Formulierungen, die Kinder eventuell wörtlicher nehmen, als sie gemeint sind. Der Eltern-Leitfaden erklärt Beispiele:
• “Oma ist gestern eingeschlafen”: Kinder können denken, dass sie auch sterben, wenn sie einschlafen.
• “Opa hat uns verlassen”: Kinder können denken, wenn jemand geht und nicht wiederkommt, dann haben sie einen Fehler gemacht.
• “Oma wird immer bei uns sein”: Kinder können denken, sie werden fortan immer beobachtet und beurteilt.
Der Leitfaden kann im Internet unter “www. kinder-und-trauer.de” als PDF-Datei abgerufen werden.
Quelle: Neue Hannoversche Presse
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