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Aus dem Lexikon

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Oma ist gestern eingeschlafen

Eltern sollten mit ihren Kindern früh über Tod und Sterben reden

 

Hannover. Sterben und Tod – ist das nicht ein viel zu schwieriges Thema für Kinder? Fachleute sagen nein. Sie empfehlen, Kindern schonend, aber doch ehrlich auf ihre konkreten Fragen zu antworten. Erwachsenen aber fällt das anscheinend immer noch unendlich schwer. Die Treuhandstelle für Dauergrabpflege hat diese Erklärungsnot deshalb zum Anlass genommen, dass Kinder-Trauerprogramm “Gibt’s im Himmel auch Spagetti?” zu entwickeln.

 

Landesbischöfin Margot Käßmann, die das Projekt unterstützt, hält es für den “falschen Weg”, junge Menschen nicht mit zu einer Beerdigung zu nehmen. Viele Eltern würden das nicht machen, um den Kindern diese traurige Erfahrung zu ersparen. Dabei seien die Kinder mit dem Thema Tod schon vielfach in Berührung gekommen: Immerhin hätten sie bis zum 14.Lebensjahr bereits rund 18.000 Sterbende im Fernsehen gesehen – und demzufolge häufig ganz eigene Fantasien, was mit Toten passiert, so die Bischöfin.

 

Das bedeutet: Wenn Kinder mit ihren Gedanken zum Thema Tod oder Bestattung allein gelassen werden, kann sie das weit mehr ängstigen, als eine ehrliche Aussprache. Eine hervorragende Grundlage dafür bildet das einfühlsam geschriebene Bilderbuch “Lukas und seine Oma nehmen Abschied”, dass auch Margot Käßmann empfiehlt. In dem Buch wird Kindern rücksichtsvoll und in leisen Tönen der Umgang mit dem Tod eines geliebten Menschen näher gebracht.

 

Wenn Mädchen und Jungen sich von ihren Eltern nicht ausreichend informiert fühlen, dann wenden sie sich nicht selten an die Erzieherin in den Tagesstätten. Hier setzt das Herzstück des Trauerprojekts an: der “Projekt-Leitfaden für Kindertagesstätten”. Damit wird Kindergärtnerinnen und Erzieherinnen ein Ideenratgeber zur Verfügung gestellt, um eigene Aktionstage zum Thema Tod und Trauer zu entwerfen. Ganz konkret wird hier aufbereitet, welche Bücher und Filme einen Einstieg bieten. Auch Ausflüge – zum Beispiel auf den Friedhof oder zum Bestatter – werden vorgeschlagen.

 

“Wann musst Du sterben?” oder “Wo ist Opa jetzt?” gehören zu den schwierigsten Kinderfragen. Ein “Eltern-Leitfaden” der Treuhandstelle bietet dazu Erklärungshilfen. Auch hier wird darauf hingewiesen, dass Kinder den Tod “begreifen” müssen, auch wenn es schwer fällt. Ein entscheidender Ansatz kann dabei die Erkenntnis sein, dass Mutter und Vater ebenfalls trauern und diese vor ihren Kindern nicht verheimlichen.

 

So verwenden Erwachsene Formulierungen, die Kinder eventuell wörtlicher nehmen, als sie gemeint sind. Der Eltern-Leitfaden erklärt Beispiele:

 

• “Oma ist gestern eingeschlafen”: Kinder können denken, dass sie auch sterben, wenn sie einschlafen.

 

• “Opa hat uns verlassen”: Kinder können denken, wenn jemand geht und nicht wiederkommt, dann haben sie einen Fehler gemacht.

 

• “Oma wird immer bei uns sein”: Kinder können denken, sie werden fortan immer beobachtet und beurteilt.

 

Der Leitfaden kann im Internet unter “www. kinder-und-trauer.de” als PDF-Datei abgerufen werden.

 

 

 

Quelle: Neue Hannoversche Presse

 

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