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Aus dem Lexikon
Die Erdbestattung Unter einer Erdbestattung (auch: Inhumation) versteht man die Beisetzung des Leichnams in ... weiter lesen
Gräber verändern sich, die Trauer bleibt
Bestatter leisten vermehrt Aufklätungsarbeit zum Thema Grabwahl
Gelsenkirchen. Die Friedhofskultur verändert sich. Parallel zu einer immer persönlicher gelebten Trauer, der ein Abschiednehmen in großer Öffentlichkeit fern ist, vollzieht sich auch der Wandel von der großen zur kleinen, pflegeleichten Grabstätte.
Grund für diese Entwicklung sind nicht nur die gestiegenen Bestattungskosten. Entscheidend sind gesellschaftliche Veränderungen: Die junge Generation ist heute häufig nicht mehr am Ort, um das Grab der Angehörigen regelmäßig zu pflegen. Oft stehen ihre Vorstellungen auch im Widerspruch zu den Wünschen der Älteren. Die Ersten, die bei der Grabberatung mit diesem Konflikt konfrontiert werden, sind die Bestatter. Sie haben ganze Ordner voll mit Wünschen von Menschen, die aus dem Vorsorgegedanken heraus ihre eigene Beerdigung komplett selbst bestimmt haben.
Dieser Trend nimmt zu. Ebenso wie der Angehörigenwunsch, möglichst viel Arbeit abgenommen zu bekommen. Heute beraten die Bestatter nicht nur bei der Grabwahl. Nach Bedarf melden sie Versicherungen und Telefon ab, organisieren Firmen zur Wohnungsauflösung, schalten die Todesanzeige oder übernehmen die Terminplanung beim Pfarramt, mit der Friedhofsverwaltung und dem Gärtner. Der Bestatter ist zum Rundum-Dienstleister geworden.
So leisten sie vermehrt Aufklärungsarbeit, wenn es den Hinterbliebenen im Schock des Todesfalles angesichts der vielfältigen Bestattungsformen schwer fällt, die richtige Grabwahl zu treffen. Dabei sollte deutlich werden, dass sich nicht die Trauer verändert, sondern die äußeren Umstände. Weil die Menschen älter werden, bis sie sterben, werden auch die Angehörigen älter, die das Grab pflegen. Der Besuch eines Angehörigengrabes ist zweifellos gelebte Trauerbewältigung. Er muss heute aber nicht mehr mit jahrzehntelanger persönlicher Pflegearbeit verbunden sein.
Quelle: www.szon.de
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