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Aus dem Lexikon

Die Erdbestattung Unter einer Erdbestattung (auch: Inhumation) versteht man die Beisetzung des Leichnams in ... weiter lesen

Beisetzung in Deutschland bleibt Notlösung

Mehrheit der Muslime wünscht nach dem Tod Überführung in die alte Heimat.

Bremen. Muslime haben unterschiedliche Bräuche, wie sie mit Tod und Trauer umgehen, auch wenn sie als Migranten in Deutschland leben. Das Wissen über diese Bräuche wird zunehmend wichtig. Denn immer mehr von ihnen sterben fern der alten Heimat. Und die meisten muslimischen Gastarbeiter wollen nach ihrem Tod überführt werden.

 

In bundesdeutschen Ländern leben rund 3,5 Millionen Moslems aus 42 Ländern. Ob und wie sie trauern liegt an der jeweiligen islamischen Rechtsschule, der sie sich zugehörig fühlen. Grundsätzlich aber empfinden die meisten von ihnen eine Beisetzung in Deutschland als Notlösung, obwohl es nach Aussage nach Ali Özdil, Dozent am Islamischen Wissenschafts- und Bildungsinstitut Hamburg, keine islamische Regel gibt, die besagt, dass man in seinem Heimatland beerdigt werden muss.

 

Im Sinne des Integrationsgedankens weisen kommunale Friedhöfe in Deutschland zunehmend Grabflächen aus, auf denen nach muslimischen Brauch bestattet werden kann. Das bedeutet: der Verstorbene wird nach der rituellen Waschung in ein Leichentuch gehüllt und möglichst innerhalb von drei Tagen beigesetzt. Die Grabausrichtung erfolgt gen Mekka.

 

Doch es gibt ein Problem: das Gebot der Ewigkeit des Grabes. Nach islamischen Glauben heißt das “für alle Zeiten”. Verlängerungsfristen für Grabstellen, wie sie in der deutschen Bestattungskultur verankert sind, werden von gläubigen Moslems daher nur schwer akzeptiert. So bleibt es dabei, dass nach wie vor mehr als neunzig Prozent aller in Deutschland verstorbenen Moslems per Flugzeug in ihr altes Heimatland überführt werden. Das kostet Geld, in der Regel einige tausend Euro. Familien, die diese Kosten nicht aufbringen können, müssen ihre Angehörigen dann in Deutschland beisetzen lassen.

 

Quelle: www.dradio.de

 

 

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